Ziel 2021

UNSERE VOLKSINITIATIVE

Die Initiative21 – auf den Punkt gebracht

Die Volksinitiative «für einen Service Citoyen» will eine aktive Schweiz in der Gleichberechtigung, sozialer Zusammenhalt und Solidarität selbstverständlich werden. Deswegen fordert sie, dass jede und jeder einmal im Leben ein Einsatz zugunsten von Gesellschaft und Umwelt leistet – sei es Zivildienst, Zivilschutz, Militärdienst oder ein anderes Milizengagement.

 

Die Initiative macht einen historischen Doppelschritt: Sie sorgt für die Gleichstellung aller Geschlechter beim Dienst an der Gesellschaft. Dazu wird der Zivildienst und soziales Engagement dem Militärdienst gleichgestellt. Weg von einer rein männlichen Wehrpflicht zu einem Service Citoyen für alle, weil jede und jeder zählt.

Wir schlagen vor, die Dienstpflicht neu zu gestalten und zwar in Form eines Service Citoyen, der Mensch und Umwelt wieder in den Mittelpunkt stellt. Kurz gefasst geht es darum, die Bundesverfassung so zu aktualisieren, dass sie die Einführung einer neuen Institution, den Service Citoyen, ermöglicht:

Jede:r Schweizer:in leistet im Rahmen normaler Bürgerpflichten einen Service Citoyen zugunsten von Gesellschaft und Umwelt.

Der Service Citoyen wird als Militärdienst oder in Form eines im Gesetz vorgesehenen gleichwertigen Milizdienstes geleistet.

3 Der Sollbestand der Kriseninterventionsdienste, insbesondere der Armee und dem Zivilschutz, ist garantiert.

4 Das Gesetz bestimmt, inwiefern Personen ohne Schweizer Pass einen Service Citoyen leisten dürfen.

5 Andere geltende Verfassungsbestimmungen (Ersatz des Erwerbsausfalls, Ersatzabgabe etc.) bleiben unverändert.

5 Gründe, die Initiative zu unterstützen

Auf Augenhöhe aller

Alle Bewohner:innen der Schweiz sind «Mitmacher:innen» und setzen sich für das Gemeinwohl ein. Der Service Citoyen setzt auf Gleichstellung und Inklusion aller. Er trägt dazu bei, dass die facettenreichen Schutz- und Hilfsorganisationen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden und stärkt sie in ihren Kernkompetenzen.

Jede:r nach seinen Stärken

Alle können einen Beitrag leisten, Verantwortung übernehmen und mitwirken, unter Berücksichtigung der persönlichen Fähigkeiten. Auch die, die im heutigen System aussen vor bleiben.

Zusammen handeln verbindet

Das Engagement des «Eine:n für Alle» führt zu gelebter Solidarität. Der Service Citoyen schlägt Brücken zwischen Menschen aller Generationen und sozialen Schichten und festigt das «Wir- Gefühl». Der Zusammenhalt aller dient als Schema für ein neu gestaltetes, weitergefasstes und resilientes Milizsystem, in dem alle unabhängig vom Geschlecht ihre Stärken für die Anderen einbringen können.

Gemeinsam krisenfest

Der Stresstest Covid-19 zeigt, dass Krisen immer mehr auch zivile Dimensionen beinhalten: Der Service Citoyen stärkt unser Rückgrat. Nur gemeinsam können wir den Herausforderungen des XXI. Jahrhunderts begegnen – militärisch und zivil. Sei es nun Pandemien, Klimawandel, Fluten, (Cyber)sicherheit oderAlterseinsamkeit.

Auf Schweiz-typische Art

Wir sind der Staat – das Milizsystem ist ein schweizerisches «Qualitätsprodukt».
Es stiftet uns Identität und macht unser Land tragfähig. Der Service Citoyen baut auf diese Tradition und überführt sie in einen heutigen Kontext – für die Generationen von heute und morgen.

Warum die Initiative21?

  • Zum ANSTOSSEN einer notwendigen, öffentlichen Debatte über das Milizengagement in und für die heutige Gesellschaft
  • Zum ANREGEN einer gemeinschaftlichen Antwort auf kommende Krisen wie die Klimaerwärmung
  • Zum ENTWURF einer transparenten Vision der langfristigen Entwicklung der Dienstpflicht (Inklusivität, Vielfalt, Angemessenheit, Dezentralisierung, etc.)
  • Zur SENSIBILISIERUNG, damit jede und jeder wieder in öffentliche Angelegenheiten investieren will (Belebung des Milizsystems)

«Mit dem Service Citoyen geht die Schweiz von einer exklusiven Wehr- und Männerdienstpflicht zu einem Milizengagement für alle über, zugunsten gesetzlich anerkannter, öffentlicher Interessen.»

Quentin ADLER, CO-PRÄSIDENT ServiceCitoyen.ch

signatures promises

Unsere Initiative

Eine lange Geschichte

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2013

Vereinsgründung ServiceCitoyen.ch

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2015

Manifest und erster Entwurf Initiativtext

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Ab 2019

Fundraising und Ausbau Förderkreis

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17. Mai 2019

Medienmitteilung

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1. August 2019

Veröffentlichung des überarbeiteten Initiativtextes in allen Landessprachen

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2020

Entwicklung der Vision30

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Ab August 2021

Sammlung von Unterschriftsversprechen und Crowdfunding (Pledge)

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Juli 2021

Formale Validierung des Initiativkomitees

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Ab 50’000 gesammelten Unterschriftsversprechen & 100’000 gesammelten Schweizer Franken

Einreichung des Initiativtextes bei der Bundeskanzlei

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+ 4 Monate

Vorprüfung Bundeskanzlei

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2021–2023

Unterschriftensammlung

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so schnell wie möglich

Einreichung der von den Gemeinden validierten Unterschriften

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So langsam wie nötig

Botschaft des Bundesrats

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~2023–2025

Parlamentarische Prozesse

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~2025–2026

Abstimmungskampagne

Z
~2025–2026

Volksabstimmung

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2030

Erster Diensteinsatz

Artikel 6 der Bundesverfassung (BV) postuliert, dass jede Person nach ihren Kräften zur Bewältigung der Aufgaben in Staat und Gesellschaft beiträgt (aktive Solidarität). Wir streben mit unserer Volksinitiative die bestmögliche Umsetzung und Aktualisierung dieser Forderung mittels einer Revision von Art. 59 BV (Militär- und Ersatzdienst) an.

Heute sind nur Schweizer Männer militärdienstpflichtig. Die auf Männer beschränkte Dienstpflicht ist angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen weder sachgerecht noch konform mit dem verfassungsmässigen Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV). Unsere Volksinitiative fordert deshalb, dass in Zukunft Schweizerinnen und Schweizer einen Dienst zugunsten von Gesellschaft und Umwelt leisten.

Armee und Zivilschutz sind unverzichtbar, wenn es darum geht, auf Notstände und Katastrophen zu reagieren. Neben reaktiven Instrumenten ist indes auch präventives, proaktives Handeln gefragt: Umweltkatastrophen, sozialen Unruhen und Notlagen lässt sich nur entgegenwirken, wenn Umwelt und Gesellschaft Sorge getragen wird. Zivile Dienstformen (z. B. in den Bereichen Umweltschutz, Pflege und Betreuung) spielen dabei eine wichtige Rolle und müssen gestärkt werden. Im heutigen System werden sie unter dem Begriff «ziviler Ersatzdienst» stiefmütterlich behandelt; unsere Volksinitiative fordert stattdessen einen Dienst zugunsten von Gesellschaft und Umwelt mit gleichwertigen Dienstformen.

«Das Projekt Service Citoyen soll einen realen Nutzen darstellen und ist Teil einer langfristigen Gesellschaftsvision auf der Grundlage einer gleichberechtigten Beziehung zwischen Rechten und Pflichten.»

Noémie ROTEN, CO-PRÄSIDENTIN ServiceCitoyen.ch

Initiative für eine engagierte Schweiz
(Initiative für einen Service Citoyen)

(Version 16.06.2021)

Die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (RS 101) wird wie folgt geändert:

Art. 59 Bürgerdienst

1 Jede Schweizerin und jeder Schweizer leistet einen Service Citoyen zugunsten von Gesellschaft und Umwelt.

2 Der Service Citoyen wird als Militärdienst oder in Form eines im Gesetz vorgesehenen gleichwertigen Milizdienstes geleistet.

3 Der Sollbestand der Kriseninterventionsdienste ist garantiert; dies betrifft insbesondere:

a die Armee;

b den Zivilschutz

Das Gesetz bestimmt, inwiefern Personen ohne schweizerische Staatsbürgerschaft einen Service Citoyen leisten dürfen. Sie sind vom Militärdienst ausgeschlossen.

Dienstpflichtige Personen, die keinen Service Citoyen erbringen, schulden eine Abgabe, ausser das Gesetz sieht eine Ausnahme vor. Diese Abgabe wird vom Bund erhoben und von den Kantonen veranlagt und eingezogen.

6 Der Bund erlässt Vorschriften über den angemessenen Ersatz des Erwerbsausfalls.

Personen, die Service Citoyen leisten und dabei gesundheitlichen Schaden erleiden oder ihr Leben verlieren, haben für sich oder ihre Angehörigen Anspruch auf angemessene Unterstützung des Bundes.